Vom Industrieareal zur modernen Reihenhaus-Anlage

29. Sep 2016, in Objektberichte

Die Gliederung des Gebäudevolumens in der Vertikalen zitiert klassische architektonische Motive

Die Gliederung des Gebäudevolumens in der Vertikalen zitiert klassische architektonische Motive

Mit der Umwandlung des Kopenhagener Hafenareals Islands Brygge von einem durch Industrie und Gewerbe geprägten Stadtteil zu einem Quartier urbanen Wohnens und Arbeitens findet ein städtebaulicher Prozess seinen Abschluss, der vor mehr als 30 Jahren begann. Mit ihrem Town House formulierte das 2004 in Kopenhagen gegründete Büro Holgaard arkitekter ein gestalterisches Konzept, das den Wunsch nach individuellem Wohnraum einerseits und angemessener architektonischer Repräsentation im Stadtraum andererseits Ausdruck verleiht.

Die konzeptionelle Idee der Town Houses basiert auf dem von PLOT-architects gemeinsam mit den Stadtplanern von West 8 entwickelten Masterplan für die zukünftige Wohnbebauung der Islands Brygge. Dieser formuliert die architektonische Wiederbelebung des städtischen Reihenhauses der 1920er-Jahre als Leitbild. Im Gegensatz zu den weiter nördlich gelegenen ehemaligen Hafenarealen der Stadt mit ihrer hochverdichteten Dienstleistungs- und Wohnarchitektur sollte in der Islands Brygge ein organischer Städtebau realisiert werden, der die südlich an das Stadtentwicklungsareal angrenzenden Konversionszonen mit dem Neubaugebiet gestalterisch verbindet.

Durch die Wiederholung des gestalterischen Grundmotivs mit seinen Vor- und Rücksprüngen schufen die Architekten einen skulpturalen Baukörper

Durch die Wiederholung des gestalterischen Grundmotivs mit seinen Vor- und Rücksprüngen schufen die Architekten einen skulpturalen Baukörper

 

Hiervon ausgehend entwickelten Holgaard arkitekter ein Reihenhauskonzept, das vom Grundmodul eines dreigeschossigen Town Houses ausgehend zweimal 15 Wohneinheiten zu einem architektonischen Ganzen verbindet. In der strengen Rhythmik der Gesamtanlage mit ihren charakteristischen Vor- und Rücksprüngen zitieren die Architekten nicht nur das Erbe des skandinavischen Reihenhauses. Sie folgen ebenfalls einem der Leitmotive der architektonischen Moderne, die Realität der industrialisierten Gesellschaft und deren Gestaltungsgrundsätze mit der künstlerischen Legitimation klassischer Kunst zu verknüpfen und dadurch aufzuwerten.

Park als Naherholungsgebiet
Neben der direkten Nahe zur Kopenhagener Innenstadt verfügen die Town Houses durch ihre Anbindung an das Naherholungsgebiet Amager Falled über eine weitere stadträumliche Qualität in ihrer direkten Umgebung: Diese Parkanlage bietet den Bewohnern die Möglichkeit, dem städtischen Alltag für einige Stunden den Rücken zu kehren.

Durch architektonisch Geschickte Anordnung haben alle Wohnparteien zu jeder Zeit natürliches Tageslicht

Durch architektonisch Geschickte Anordnung haben alle Wohnparteien zu jeder Zeit natürliches Tageslicht

 

Aus der Einbettung des Entwurfs in den städtebaulichen Gesamtzusammenhang resultiert eine strenge Grundkomposition der Anlage, bei der zwei Häuserreihen die zugehörigen privaten Gärten zur Straße hin abschirmen. Dieser formalen Klarheit und der Serialität der Grundrissgestaltung setzten die Architekten ein differenziertes Konzept der Gebäudeform entgegen, das durch seine Unterteilung in Sockelgeschoss aus Naturstein und darüberlegender Putzoberflache sowie das Spiel mit Vor- und Rücksprüngen ein skulpturales Äußeres schafft.

Mehr Infos zu Holgaard arkitekter finden sie hier: www.holgaard.dk

 

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