Dynamisches Design

1. Jul 2013, in Energieeffizienz, Fassadendesign, Objektberichte, VHF

Konkav biegen sich die Fassaden der kulturellen Attraktion des spanischen Küstenortes Aguilas.  Das Konzerthaus mit seiner geschwungenen Fassadenkonstruktion ist Blickfang und Wahrzeichen der Hafenstadt zugleich. Leichtigkeit und Dynamik strahlt das Gebäude aus und macht dabei seine große Baumasse vergessen. Der Entwurf stammt vom jungen Architekten-Team Barozzi/Veiga aus Barcelona.

 

Barozzi Veiga zählen zu einer Generation junger spanischer Architekten, die auch international zu beeindrucken weiß: Mit einem rationalen, zurückhaltenden und dabei gleichzeitig sehr poetischem Baustil geben sie der spanischen Architektur eine neue Richtung: Sie schaffen Bauwerke, die Einfachheit ausstrahlen, aber im Innersten wohl durchdacht sind. So wirkt die neue Konzerthalle in Aguilas von außen wie ein weißer, strahlender Monolith mit sporadischen Fassadeneinschnitten – geheimnisvoll durch ihre Geschlossenheit ruft sie doch Neugierde durch partiell erlaubte Einblicke hervor.

 

Auditorium Aguilas von Estudio Barozzi Veiga

Eine Treppenanlage, die sich aus dem Grundriss entwickelt, und Besucher zum westlich gelegenen Haupteingang führt, schließt den Bau an die Strandpromenade an.

 

Das Raffinierte des Bauwerks ist die konkave Fassade, deren Krümmung der Form der Bucht folgt und als vorgehängtes hinterlüftetes Fassadensystem ausgeführt ist. Die Architekten betonen, dass sich das Projekt aus den vorhandenen Gegebenheiten entwickelt hat. Auf der einen Seite fanden sie eine typische,touristisch orientierte Küstenbebauung mit Apartmentanlagen und seewärts ausgerichteten Balkonen vor, auf der anderen Seite spielt die Natur und geographische Lage in ihrem Entwurf eine entscheidende Rolle: eine sanft geschwungene Bucht mit Sandstrand und dahinter liegender karger Felslandschaft bildet die Kulisse für das Auditorium. Der Entwurf reagiert auf beides, die urbane Künstlichkeit der Häuser sowie die organische Natürlichkeit der Landschaft, aus deren Gegensatz sich die Spannung des Entwurfs entwickelt.

 

Auditorium Aguilas von Estudio Barozzi Veiga

In der Abendstimmung von Aguilas entfaltet die konkave Fassade ihr ganzes dynamisches Potenzial.

 

Die Konzerthalle zeigt sich als ein großer, massiver Körper, der sich von den kleinteiligen Fassaden der umliegenden Bebauung wohltuend durch seine klare, geschlossene Fassade absetzt. Zur Stadt hin gestalteten die Architekten die Fassaden der Konzerthalle rechtwinklig, während die der Natur zugewandte Seite organische Formen aufgreift. Durch abgeschrägte Wände im unteren Geschoss zur Strandpromenade erhält der voluminöse Baukörper eine Leichtigkeit und Dynamik, die angesichts seiner Größe überrascht. Eine Treppenanlage, die sich aus dem Grundriss entwickelt, und Besucher zum westlich gelegenen Haupteingang führt, schließt den Bau an die Strandpromenade an.

 

Auditorium Aguilas von Estudio Barozzi Veiga

Touristische Küstenbebauung auf der einen Seite, sanfte Küstenlinie mit Sandstrand auf der anderen Seite prägen die Umgebung.

 

Der Konzertsaal selbst steht farblich in Kontrast zu den übrigen, vornehmlich in Weiß und Naturtönen gestalteten Räumen: Wie eine dunkle Höhle wirkt der mit drei Galerien ausgestattete Saal. Nicht das Sehen steht hier im Vordergrund sondern das Hören. Ein wiederum in Weiß gehaltenes Atrium integriert die Treppenaufgänge zu den Galerien und wirkt durch seine Strukturiertheit aufgeräumt und geradlinig. Ein zusätzlicher Saal ist oberhalb des Foyers gelegen und bietet Platz für weitere Veranstaltungen.

 

Auditorium Aguilas von Estudio Barozzi Veiga

Der Konzertsaal selbst steht farblich in Kontrast zu den übrigen, vornehmlich in Weiß und Naturtönen gestalteten Räumen: Wie eine dunkle Höhle wirkt das mit drei Galerien ausgestattete Auditorium.

 

Auditorium Aguilas von Estudio Barozzi Veiga

Das weiß gehaltene Atrium integriert die Treppenaufgänge zu den Galerien und wirkt durch seine Strukturiertheit aufgeräumt und geradlinig.

 

Auditorium Aguilas von Estudio Barozzi Veiga

Das Weiß des Innenraums setzt das kontrastierende Blau des Meeres in Szene.

 

Mit dem Auditorium und Kongresszentrum „Infanata Dona Elena“ haben Barozzi/Veiga der Stadt ein Wahrzeichen geschenkt, das sich durch seine moderne Architektursprache zwar deutlich von der Umgebung absetzt, aber ebenso geschickt in das Stadtbild einfügt.

 

Zur Homepage des Auditoriums

Zur Homepage von Barozzi/Veiga Architekten

Fotos: Sto SE & Co. KGaA

Schreiben Sie einen Kommentar

*Pflichtfeld