Moderne Therme mit natürlichem Flair

14. Feb 2013, in Energieeffizienz, Glas, Objektberichte, Stein

Die Therme wurde im Juli 2012 eröffnet.

Die herrliche Bergwelt der Gailtaler Alpen stand Modell für die Kärnten Therme in Villach. Auf 11.000 Quadratmetern bietet sie den Besuchern eine moderne Bade- und Wellnesslandschaft, die der Architekt Titus Pernthaler mosaikartig, mit schräg laufenden Linien, Vorsprüngen und Galerien abwechslungsreich und spannend strukturiert hat. Das Vorbild für das exzentrische Raumgefüge fand der Architekt in der umgebenden Natur, den Ausläufern der Gailtaler Alpen. 

Malerische Seen, grüne Wälder und nahe gelegene Berge zum Bergsteigen – Kärnten lockt seit jeher Touristen und Erholungssuchende mit seiner reizvollen Landschaft. Villach, das im Herzen der Kärntner Seenlandschaft liegt, setzt dabei auf zusätzliche Investitionen, um sich im Tourismuswettbewerb zu behaupten: Im Juli 2012 eröffnete am Rande der Gailtaler Alpen und am Fuße des Dobratsch eine neue Therme, die ihren Besuchern auf vier Ebenen und 11.000 Quadratmetern Wasser, Wellness und Fitness pur bietet. Ehrgeiziges Ziel der Betreiber: mit dem äußeren Erscheinungsbild punkten. So engagierte man den in Graz ansässigen Architekten Titus Pernthaler, der ein komplexes, verschachteltes Gebäude entwarf, das ein Statement setzt. Gekonnt vereinte der Planer Ästhetik mit Funktionalität. „Die Architektur besteht aus Naturzitaten aus der Warmbader Umgebung”, erläutert Pernthaler. „Die regionale Identität zu wahren und eine Beziehung zur umgebenden Landschaft herzustellen, war von Anfang an Ziel des Konzepts.”

Der L-förmig angelegte Bau zeigt sich nord- und ostseitig – und damit zur Straße hin – verschlossen. Lediglich zwei schmale, schräg verlaufende Fensterbänder lassen die Besucher erahnen, was sie im Innern erwartet: ein Gebäude, das durch seine Asymmetrie und schräg laufenden Linien, seine Vorsprünge, Galerien und auskragenden Ebenen lebt und ein fast apokalyptisches Raumgefüge entstehen lässt. Die rückwärtige, zum Garten hin ausgerichtete Fassade öffnet sich großzügig zum Innenhof beziehungsweise zum Außenbecken. Verglaste Flächen, Stein- und Blechfassaden strukturieren den Baukörper hier mosaikartig. Spielerisch zusammengefügte geometrische Formen lassen ein lebendiges Bild entstehen. Der Architekt verweist auf die regionalen landschaftlichen Gegebenheiten als Inspirationsquelle.

Die zerklüftete Felsenlandschaft findet in auskragenden Ebenen und verwinkelten Einschüben ihre Entsprechung. Das ergibt viele Oberflächen, die zum detailreichen Ausgestalten einladen. Die extravagante Muschelform verlangte geneigte Flächen, die glänzende Metallic-Oberfläche an der Fassade spielt gekonnt mit dem Licht.

 

Natur als Inspiration für Innenbereich
Das Innenleben des Warmbads ist geprägt von der Höhlen-, Spalten-, Felsen- und Grottenwelt der umgebenden Natur. Eine Besonderheit der Kärnten Therme ist ihre vertikale Ausrichtung. Das Innere wirkt freundlich: Glaswände und offene, ineinandergreifende Ebenen lassen das Tageslicht in die Räume und bieten attraktive Ausblicke. Neben Stahl und Beton fügen sich Silberquarzit, Naturstein, Holz oder Muschelkalk zu einem harmonischen Ganzen. Die Wasser- und Wellnesslandschaft entfaltet sich auf vier übereinanderliegenden Ebenen und wird über Treppen und Lifte erschlossen. Das Fundament stammt noch vom Erlebnisbad, das an gleicher Stelle stand. Neue Tiefgründungen – bis zu 20 Meter tiefe Bohrungen inklusive Verankerung entsprechend hoher Säulen – hätten die wertvollen Thermalquellen treffen und deren Verlauf beeinflussen können. So bot sich eine Nutzung der bestehenden Fundamente und eine Vergrößerung der Wasserlandschaft in der Vertikalen an.

Das Angebot der Therme umfasst die Bereiche Fun, Fit und Spa. Mit einem zentralen Spaßbecken bietet der im Erdgeschoss gelegene Fun-Bereich viele Wasserattraktionen: Thermalbecken, Whirlpools, eine Rutschanlage mit zwei Röhrenrutschen und einer Breitrutsche oder etwa den „Lazy River”, der zum Wasser- Rafting mit Gummireifen einlädt.

Auch Sportler kommen auf ihre Kosten: Auf Ebene 2 befindet sich ein 25-Meter-Edelstahlbecken, welches zum Teil freischwebend in den Raum auskragt. Um die statischen Voraussetzungen zu erfüllen und die 655 Tonnen Wasser des Beckens erdbebensicher zu tragen, war eine ein Meter dicke Betondecke vonnöten. Trotz ihrer Größe bietet die Therme zahlreiche Rückzugsmöglichkeiten, die auch im Trubel Ruhe gewähren. In der großen Wellness-Arena erwarten die Wellness-Begeisterten ein großzügig angelegtes Spa mit Saunalandschaft, Hamam, Dampfbädern, Behandlungsräumen für Massage- und Schönheitsanwendungen. Eine Sauna mit Panorama-Fenster sowie ein Panorama-Whirlpool auf der Dachterrasse sorgen wiederum für Naturbezüge. Der Fit-Bereich der Therme umfasst das Angebot eines modernen Fitnessstudios.

 

Mehr Infos über die Kärnten Therme: www.kaerntentherme.com

Mehr Infos über Titus Pernthaler: www.pernthaler.com

Fotos: Christian Schellander

 

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