Die Ästhetik des Besonderen

10. Nov 2015, in Fassadendesign, Glas, Oberflächen, Putz, Stein, Veranstaltung, VHF, Vortrag

Location der zweiten Architekturveranstaltung war der Schlossberg in Graz

Location der zweiten Architekturveranstaltung war der Schlossberg in Graz

Was haben vorgehängte hinterlüftete Fassaden, irischer Wiskey und exotischer Rum gemeinsam? Es ist das Besondere, das sie ausmacht. Genau dieses Thema greift StoDesign Österreich bei seiner dreiteiligen Architektenveranstaltung in Wien, Graz und Innsbruck auf und gestaltet einen Abend voller  Ästhektik und Vielfalt. Umrahmt von einer Whiskeyverkostung stehen die zahlreichen Möglichkeiten der vorgehängten hinterlüfteten Fassaden, egal ob Putz, Glas, Stein, Klinker oder Mosaik, im Mittelpunkt.

Wenn technische Lösungen so viele Möglichkeiten bieten, dass es praktisch keine Grenzen mehr gibt, wenn das, was vor Ihrem geistigen Auge entsteht, auch wirklich umgesetzt werden kann, wenn Ihre Gestaltung die Menschen berührt, wenn Sie fühlen, dass etwas Außergewöhnliches entsteht, wenn kreatives Denken und nachhaltiges  Handeln miteinander verschmelzen, wenn Vielfalt vor Einfalt steht, wenn Individualität und Funktionalität keine Widersprüche mehr sind – dann ist eine vorgehängte Fassade im Spiel. Genau diese Fassaden lassen für die Gestalter zahlreiche Möglichkeiten offen:

 

Putz:
Er ist glatt und sanft, rau und kratzbürstig, er ist radikal modern oder gemütlich traditionell: Putz erweitert die ästhetische Qualität eines Gebäudes um ein taktiles Element, verleiht Tiefe und schafft ein dreidimensionales Erlebnis. Im Zusammenspiel mit verschiedenen Farben ergibt sich eine fast unendliche Vielfalt an Gestaltungsmöglichkeiten. Putz bildet die Außenhaut eines Gebäudes. Und so wie ein Make-up perfekt sitzen muss, gehört auch der perfekte Putz zu einer ansprechenden Fassade dazu. Der richtige Putz lässt Freiheiten beim Design und schafft Werte, die sicht- und spürbar sind.

Modelierputze zaubern besondere Effekte an die Fassade

Modelierputze zaubern besondere Effekte an die Fassade

 

Glas:
Es ist einfarbig, vielfarbig oder völlig farblos. Hoch reflektierend oder matt schimmernd. Es lässt sich polieren, gravieren, ätzen, bedrucken, sandstrahlen – ein variantenreicher Werkstoff, der sich für die unterschiedlichsten Einsatzzwecke eignet. Glas beeindruckt bereits seit 9.000 Jahren: Schon damals wurde Obsidian, ein natürliches, durch Vulkanausbrüche entstandenes Glas, wegen seines hohen Härtegrades für Werkzeuge benutzt. Heute unverzichtbar im Bereich des Fensterbaus, besitzt der Werkstoff Glas heute ein noch ungleich größeres ästhetisches Potenzial: Die Umwelt spiegelt sich raffiniert in den Glaspaneelen, trotzdem sind sie blickdicht. Die fehlende Transparenz schafft im Sommer angenehme Kühle und im Winter wohlige Wärme. Ein weiterer willkommener Nebeneffekt einer Glasfassade: Da die Paneele ohne sichtbare Befestigungselemente montiert werden, hat Schmutz keine Chance.

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Stein:
Er wirkt kalt und distanziert oder er ist abends noch warm von der Sonne. Er ist glatt, rau oder marmoriert. Und er steht für die Ewigkeit. Stein ist einer der ältesten Baustoffe. Bereits vor Jahrtausenden machten sich die Menschen den Naturstein zu Nutze – die Ägypter beim Bau der Pyramiden ebenso wie die Griechen und Römer der Antike. Heute wie damals lieben Gestalter und Architekten den Stein. Weltweit gibt es heute etwa 4.500 bis 5.000 Natursteine.

Stein ist außerdem ein Paradebeispiel für einen grünen Werkstoff: Für seine Herstellung ist keine Energie nötig. Gewinnung und Bearbeitung verlaufen im Vergleich zu anderen Baustoffen unspektakulär. Auch Recycling war bei Stein schon immer selbstverständlich: Gesteinsreste, die beim Abbau, der Verarbeitung und auch nach dem Rückbau übrig bleiben, werden in anderen Bereichen genutzt. Zudem bedarf Stein weder chemischer Hilfsstoffe noch Schutzanstriche und ist von sich aus schadstofffrei und nicht brennbar. Durch diese ökonomischen und ökologischen Vorteile sorgt der Naturwerkstein für ein entscheidendes Plus an Nachhaltigkeit.

 

Mosaik:
Bunte, kleine Punkte, die wie durch Zauberei aus der Entfernung ein Bild ergeben – dieses Prinzip der Gestaltung ist bereits Jahrtausende alt. Mosaik gehört zu den ältesten künstlerischen Techniken überhaupt. Steine wurden zu kleinen Würfeln zerschlagen und in eine noch weiche Mörtelschicht eingesetzt. Das klassische Mosaik gibt es auch heute noch. Die Kunst der Stein-Pixel taucht zum ersten Mal in Mesopotamien auf. Wurden zuerst Ton und Kiesel verarbeitet, wurden später farbige Kiesel und schließlich mühevoll geschliffene, hauptsächlich polygonale Steine, sogenannte Tessera, verwendet.

Die farbenfrohe Fassade wurde mit Mosaik realisiert

Die farbenfrohe Fassade wurde mit Mosaik realisiert

 

Nachdem die Mosaikkunst von der Malerei bis zum 17. Jahrhundert zurückgedrängt wurde, gewann sie später wegen ihrer Haltbarkeit und Lebhaftigkeit der Farben wieder an Bedeutung. Dank zahlreicher Werkstattgründungen und kunstgeschichtlicher Forschungen des Historismus kam es zum Durchbruch einer eigenständigen Mosaikkunst Anfang des 20. Jahrhunderts. Die industrielle Produktion von Glassteinen vereinfacht seit Mitte des letzten Jahrhunderts die Gestaltung dekorativer Oberflächen. Die Verbindung zur Architektur hat die Mosaikkunst in großflächigen Fassadenbekleidungen gefunden.

 

Klinker:
Der Begriff „Bauen“ ist ohne das Bild eines Maurers, der gerade einen Ziegelstein einsetzt, nicht denkbar. Einer der ältesten von Menschenhand künstlich hergestellten und vorgefertigten Baustoffe ist der Ziegel- oder Backstein. Keramisches Mauerwerk aus Klinker und Fliesen fasziniert bis heute. Im Gegensatz zum einfachen Ziegel klingen die bei bis zu 1.200 °C gebrannten Klinker sehr hell, wenn man zwei Steine aneinanderschlägt – daher die Bezeichnung Klinker. Die bei ihrem Brennvorgang entstehende Sinterung schließt die Poren des Klinkermaterials. So bleibt der Stein wasserabweisend und extrem widerstandsfähig.

Rund 15 Architekten nahmen an dem Vortrag und anschließender Whiskeyverkostung in Wien teil

Rund 15 Architekten nahmen an dem Vortrag und anschließender Whiskeyverkostung in Wien teil

 

Als „dünne“ Form des Klinkers bringt das Klinkerriemchen nicht nur die robusten Eigenschaften des Klinkers mit. Klinker, Keramik und Klinkerriemchen stehen sowohl für Beständigkeit und Tradition als auch für eine aktuelle Architektursprache. Die Vielfalt des Materials spiegelt sich in der Bandbreite an Farbigkeiten, Brandschichten, Glanzgraden, Oberflächen, Formaten und Verbänden wider. Durch das Zusammenspiel von Licht und Schatten wird die besondere Wirkung und Lebendigkeit dieses Materials noch verstärkt.

 

Der letzte Termin:

19. November 2015 ab 18.30 Uhr in der Cantina Vecchia in Innsbruck

Um Anmeldung im jeweiligen VerkaufsCenter wird gebeten.

Fotos: Christian Schellander

Fotos der Veranstaltung in Wien:

Fotos der Veranstaltung in Graz:

Fotos der Veranstaltung in Innsbruck:

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