Bionik und eine eisige Expedition zum Südpol

9. Feb 2017, in Energieeffizienz, Farbe, Veranstaltung, Vortrag

Ö3-Micromann und Sportler Tom Walek war nicht nur der Moderator der Veranstaltung, sondern berichtete auch über seine Expedition zum Südpol

Wie die Welt der Bionik sinnvoll bei Bauprodukten eingesetzt werden kann und welche Erkenntnisse Ö3-Micromann Tom Walek nach seiner eisigen Expedition zum Südpol erlangte, stand am Nachmittag der Sto-Kundenveranstaltung „INSPIRATION ZUKUNFT“ am Wolfgangsee auf dem Programm.

Rainer Schmid, Produktmanager bei Sto, führte die Besucherinnen und Besucher in seinem Vortrag hinaus in die Natur, dorthin, wo Sto sich schon mehrfach Ideen für Innovationen geholt hat. Bionik nennt sich die Wissenschaft, die biologische Systeme als Vorbild nimmt und sie technisch umsetzt. Für die funktionalen Fassadenfarben der Reihe iQolor – INTELLIGENT COLOR hat sich Sto etwa bei den Eisbären umgesehen. Die schneeweißen Tiere haben eine schwarze Haut, die Strahlung nicht reflektiert und den Bären warmhält. So funktioniert StoSolar. Steht die Sonne tief, nimmt die Oberfläche die Strahlen auf und die schwarze Dämmung leitet die Wärme nach innen. Steht die Sonne hoch am Himmel, reflektiert die Oberfläche die Strahlen – die Hitze bleibt draußen.

Rainer Schmid gab in seinem Vortrag Auskunft über das Thema Bionik

 

Geniale Prinzipien und Nachhaltigkeit
Die Haut der Melanzani stand Pate für eine andere funktionale Fassadenfarbe von Sto, für StoColor X-black. Die dunkle Frucht würde in der Hitze platzen, wenn die Haut nicht besondere Eigenschaften hätte. Diese speziellen Pigmente, die Nah-Infrarotstrahlen reflektieren, sind auch in der Formulierung von StoColor X-black enthalten. So bleiben dunkle Fassaden kühl. Sehr bekannt ist der bionische Lotus-Effekt.

80 Millionen Quadratmeter Fassade wurden bisher mit StoColor Lotusan bestrichen. Wie das Lotusblatt hat es eine wasserabstoßende Oberfläche, die Schmutz mit dem Regen abperlen lässt. Ähnlich funktioniert StoColor Dryonic, nur dass es hier um die schnelle Trocknung geht. Vorbild war hier der Nebeltrinkerkäfer, der Nebel an seinem Panzer kondensieren und als lebenswichtiges Wasser in seinem Mund laufen lässt. Das Fraunhofer Institut hat die Wirksamkeit der speziellen Oberfläche bewiesen und 2015 als Oberfläche des Jahres ausgezeichnet. Im Foyer der Eventcenters gab es ein eine Musterfläche mit künstlichem Regen zu sehen, zur Hälfte mit StoColor Dryonic beschichtet: Die Käfer-inspirierte Oberfläche wird tatsächlich nicht nass.

 

Grenzerfahrungen: Erfolg unter härtesten Bedingungen
Über ganz andere Erfahrungen berichtete anschließend Moderator, Ö3-Mann, Spitzensportler und Abenteurer Tom Walek. 9 Tage, 400 Kilometer, -55 Grad: Ein österreichisches und ein deutsches Team duellieren sich im Wettlauf zum Südpol. Obwohl die Bedingungen für beide Teams gleich waren, kommen die Österreicher 45 Stunden vor den Deutschen ins Ziel. Warum das so kam und welche Strapazen ein Wettlauf zum Südpol bedeutet, er seinem eisigen, rasanten Vortrag.

Zum 100-jährigen Jubiläum des historischen Wettlauf zwischen Roald Amundsen (N) und Robert Falcon Scott (UK) zum Südpol produzierten ORF und ZDF eine Reality-Show, die zwei Teams, eins aus Österreich und eines aus Deutschland, auf den eisigen Weg zum Südpol schickte. Team Rot-Weiß-Rot bestand aus Tom Walek, Schilegende Hermann Maier, der Gebirgsjäger-Wachtmeisterin Sabrina Grillitsch und Alexander Serdjukov, einem Hundeschlittenführer. Die beiden deutschen Prominenten waren Moderator Markus Lanz und der Musiker Joey Kelly. „Das war die härteste physische und psychische Erfahrung meines Lebens“, resümiert Tom Walek die Tortur. Der vierfache „Iron Man“-Teilnehmer verriet dem Publikum bei der Sto-Gala jene Punkte, die seiner Meinung nach für sein Team den Sieg bedeuteten – spannende Impulse und Anregungen, die nicht nur am Südpol Gültigkeit haben.

Mut ist der Schlüssel zum Erfolg, so lautet das Fazit Waleks

 

Mut zu Neuem
Der Mut, ein Ziel öffentlich zu formulieren, bildet für Walek den Anfang jeder großen Unternehmung. Mutig sei es auch, zur eigenen Meinung zu stehen. Für das Rennen waren alle Teilnehmerinnen und Teilnehmer mit einem eigenen Navigationsgerät ausgerüstet – der Weg musste gemeinsam gefunden werden. „Dem Chef sagen, dass er falsch liegt, das bedeutet Mut!“ Aber manchmal sei eben genau das der Schlüssel zum Erfolg. Gute Vorbereitung sei ebenso wichtig. Prioritäten setzen, sich daran halten. Auch wenn es nicht aufhört, kalt zu sein – „Das ist etwas, darauf kann man sich eigentlich nicht vorbereiten.“

Aber auch die Vorfreude sei eine wichtige Zutat zum Erfolg. „Erwachsene haben das verlernt“, meint Walek. Große Herausforderungen sind immer mit Unsicherheit und Angst verbunden, Gefühle, die Menschen im mittleren Alter oft gar nicht kennen. „Im Leben passt alles, alles ist safe“, meint Walek. Als er ins Publikum fragt, wer in letzter Zeit etwas Neues gelernt oder zum ersten Mal gemacht hat, bleiben die meisten Hände unten.

 

Teamwork und Motivation
Respekt und innere Demut schließlich stellen sich ein, wenn man 9 Tage hindurch nur 3,5 Stunden schläft und 10.000 Kilokalorien verbraucht. Das sei ein Faktor gewesen, den das österreichische Team auszeichnete: einen Plan machen und sich daran halten, auch wenn es hart ist. Ein weiterer war Teamwork. Der Zusammenhalt im Team Rot-Weiß-Rot war hervorragend, auf starre Rollenverteilungen wie „Frau kocht“ wurde verzichtet. An einem Strang ziehen lautete das Credo – auch dann noch, als ein Teammitglied wegen Erfrierungen ausscheiden musste. Am Ende, nach über 9 Tagen, liefen die Österreicher mit 45 Stunden Vorsprung ins Ziel. Den wichtigsten Faktor für diesen Erfolg nannte Tom Walek allerdings zum Schluss: Motivation und Spaß. Trotz schlimmster Strapazen, die man sich als „zivilisationsverweichlichter Mensch“ vorstellen kann, war die Stimmung im rotweißroten Team stets positiv.

Hier lesen Sie den ersten Teil der Berichterstattung von „INSPIRATION ZUKUNFT“

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