World Architecture Festival, 16. November

17. Nov 2017, in Ausstellung, Vortrag

Jason Flanagan, Flanagan Lawrence Architects

Jason Flanagan, Flanagan Lawrence Architects

Performance, das zentrale Thema der diesjährigen WAF, hat im Deutschen eine mehrfache Bedeutung. Sie kann z.B. von der Qualität einer Bühnenproduktion bis zu den Eigenschaften eines Gebäudes reichen.
Jason Flanagan, Partner des Londoner Architekturbüros Flanagan Lawrence, nahm auf der WAF-Bühne zusammen mit dem in Paris lebenden Theater-Architekten Andrew Todd (Studio Andrew Todd) Stellung, zu den höchst unterschiedlichen Anforderungen an Konzert- und Theaterbühnen. Dabei reicht das Spektrum von temporären wie dauerhaften Outdoor-Pavillons, ehrwürdigen Konzerthäusern bis zu unorthodoxen Aufführungsstätten, z.B. ein ausrangierter Gasometer in Helsinki. Die Kunst, mit der jeweiligen Herausforderung umzugehen, stellt sich für Flanagan und Todd als eine Abfolge von Fragen an die Akustik, Schall, Nachhall, Oberflächen und Materialien dar. Das Rätsel der Akustik, an unterschiedlichsten Orten für die verschiedensten Darbietungen und Ansprüche der Akteure und Zuschauer Lösungen zu finden, lösten beide mit der Referenz an The Crisis of Middle Ground Architecture, die ihrer Meinung nach mitreißend, dynamisch, gegenwärtig und offen sein muss. Mehr dazu in „The Open Circle“ von Peter Brook, dem 93 jährigen Theater Mentor.

Performance-Akustik ist ebenso für Sto ein zentrales Thema, verbunden mit dem Anspruch an höchste Materialität.

 


WAF Keynote Speech von Architekt Pierre de Meuron (HDM Architekten, Basel) und Kritiker Charles Jencks über die Elbphilharmonie, Hamburg

Charles Jencks während seiner Laudatio auf die Elbphilharmonie.

Mit vertauschten Rollen reflektierten Pierre de Meuron und der renommierte amerikanische Architekturkritiker Charles Jencks über die Anfang 2017 eröffnete Elbphilharmonie. Jencks – dem die Rolle des Architekten, wie auf den Leib geschneidert war – zog Parallelen zur James Stirlings Staatsgalerie, dem Wahrzeichen der Postmoderne in Stuttgart. Ebenso epochal sei die Elbphilharmonie in ihrer architektonischen, gesellschaftlichen und städtebaulichen Funktion als neues Wahrzeichen der Hansestadt Hamburg. Ganz in der Tradition eines „camp fires“, um das sich die unterschiedlichsten gesellschaftlichen Schichten versammeln, erfülle die Elbphilharmonie eine mehrschichtige Rolle, wie z.B. Garniers Opernhaus von Paris oder auch Stirlings Staatsgalerie. In dem einen wie anderen Fall steht die Passion, Menschen unterschiedlichster Herkünfte in einem Gebäude zusammenzuführen, ganz oben. Im Detail erläuterte Jencks dies an der Wegeführung innerhalb der Elbphilharmonie.

Im Gegensatz zu Jencks fühlte sich Pierre de Meuron sichtlich unwohler in der Rolle des Kritikers eines von ihm selbst entworfenen Bauwerks. Erst im abschließenden gemeinsamen Gespräch mit Jencks kehrte die gewohnte Balance der Kräfte wieder ein.

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