Weltpremiere für eine Revolution in der Fassadentechnik, eine neue nachhaltige Marke aus dem Hause Sto, ein Blick auf Forschung und Entwicklung hinter die Kulissen des Technologieführers, inspirierende Grenzerfahrungen und Zukunftsvisionen: Die große Sto-Kundengala am 27. Jänner 2017 im Eventcenter Scalaria in St. Wolfgang in Österreich nahm die 450 Besucherinnen und Besucher mit auf eine packende Reise in die Zukunft des Bauens und Wohnens.
 

 
Die Reise in die Welt von morgen
Das Fassadensystem der Zukunft – StoSystain R – war zweifellos das Highlight der Sto-Zukunftsreise. „StoSystain R wird den Fassadenmarkt, wie wir ihn heute kennen, revolutionieren“, eröffnete Walter Wiedenbauer, Geschäftsführer der Sto Ges.m.b.H., das Event. Die neue Fassade mit Kletttechnologie ist Teil der umfassenden Sto-Strategie, die auf Nachhaltigkeit setzt und auch ein Produkt der neuen Marke „StoClimate“ ist.

Nach dem Impulsvortrag über die Megatrends der Zukunft von Trendforscher Harry Gatterer und einem kulinarischen Zwischenstopp betrat StoSystain R, das Fassadensystem mit Klettverbindung, die Bühne: Architekt Ferdinand Oswald von der TU Graz und Ewald Rauter von Sto präsentierten das erste sortenrein trennbare und rückbaubare Fassadensystem. Im nächsten Themenblock zeigten Claudia Pritz von StoDesign und Architekt Markus Tauber, wie Handwerker mit StoSignature ihre individuelle Handschrift an der Fassade hinterlassen. Sto-Produktmanager Rainer Schmid sprach anschließend über Bionik und darüber, wie die „iQolor – intelligent Technology“-Fassadenfarben von Sto genau funktionieren. Bei Sonnenuntergang ging es mit Tom Walek, Ö3-Stimme, Spitzensportler und Moderator des Events, zum Wettlauf an den Südpol. Er zeigte dem gebannten Publikum, wie aus den größten Strapazen die beste und wichtigste Erfahrung des ganzen Lebens wird.

 

Ganz entspannt in eine komplexe Zukunft
Zukunftsforscher Harry Gatterer wünscht sich mehr Gelassenheit, wenn es um Annahmen zu einer durchtechnisierten Zukunft geht. Widersprüche in den großen Trends sind zuzulassen, und statt Tunnelblick ist Weitsicht gefragt. „Jeder von Ihnen“, sprach Harry Gatterer das Publikum aus Bauunternehmern, Handwerkern, Architekten und anderen an der Baubranche Interessierten direkt an, „baut Zukunft.“ Ohne Annahmen über die Zukunft sei nicht nur Bauen, sondern unser aller Handeln überhaupt undenkbar. Doch welche Annahmen sind plausibel, welche sind reine Plattitüden und welche sind überhaupt relevant? Diese Fragen stellt sich der Zukunftsforscher von Berufs wegen, und das gemeinsam mit 35 Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern am 1998 gegründeten Zukunftsinstitut, einem der bekanntesten Think-Tanks der europäischen Trendforschung.

Zukunftsforscher Harry Gatter sprach über die Trends, die die Bauwirtschaft in den nächsten Jahren beschäftigen wird

 

Der Experte brachte überraschende Gedanken und durchaus auch Warnungen aus Kufstein mit an den Wolfgangsee. Die allseits bekannte Behauptung etwa, durch die Digitalisierung gehe alles immer schneller, konnte Gatterer pointiert widerlegen: „Erstens werden die Menschen älter, da geht nicht mehr alles so rasch. Zweitens verbinden wir Arbeit mit Zeit.“ Und die wollen Menschen auch sehen: Etwa in Form von Prozentbalken am Bildschirm, die sich nach der Sucheingabe langsam füllen, während der Computer schon längst fertiggerechnet hat.

Digitalisierung: keine Panik!
Auch dass Berufe durch die Digitalisierung verschwinden, sieht der Experte nicht als großes Problem. „Individualität und Kundenwünsche werden dafür immer wichtiger.“ Daraus würden sich neue, andere Jobs ergeben. Und wer glaubt, dass die Technologie uns einmal vollständig beherrschen würde, und daraus Panik ableitet, sei ebenfalls im Irrtum. „Wir müssen lernen, uns in einer immer komplexeren Welt zurechtzufinden“, betonte er. Die digitale Vernetzung spiele dabei eine wichtige Rolle. Sie würde einer hierarchisch, zentralistisch aufgebauten Gesellschaft ein Ende setzen und stehe für den nächsten Entwicklungsschritt nach Sprache, Schrift und Buchdruck: Hierarchien fallen, neue Netzwerke entstehen. Auch im Bauwesen, wie er meint: Die Trennung der Gewerke auf der Baustelle sei nicht in Stein gemeißelt. Entwicklungen wie die Privatvermittlung von Wohnungen via „Airbnb“ hätte man völlig übersehen – Neues zu denken und „dabei immer nach links und rechts zu schauen“ sei daher unabdingbar.

Es gibt mehr als eine Wahrheit
Ein Blick auf die „Megatrends Map“ zeigt bekannte Schlagwörter – von Globalisierung über Ökologie bis zur Urbanisierung und dem Gender Shift. „Wer über die Zukunft und Trends nachdenkt, erkennt bald Widersprüche“, erklärte Gatterer. Und er hat recht: Vegane Lebensweise liegt etwa im Trend, Konsum von hochwertigem Fleisch aber ebenso. „Widersprüche muss man akzeptieren“, so Gatterer. Sie seien ein Merkmal der Zukunftstrends. Und am Ende gehe es immer um eines: „Was ist für mich das Richtige?“ Weitblick sei insbesondere auch in Sachen Innovation gefragt. Neue Ideen, nur um Ideen zu produzieren, würden niemanden weiterbringen, so der Zukunftsforscher. Wohldosierte, dafür wirklich innovative Produkte seien der Schlüssel für die Zukunft.

 

StoSystain R: Kletten statt kleben
Wenn es den Kleber nicht gäbe, wäre ein Fassadensystem ganz einfach sortenrein trennbar und recycelbar: Dieser Gedanke ließ das Forschungsteam aus Experten von TU Graz und Sto nicht mehr los. Nach fünf Jahren intensiver Arbeit ist aus einem Geistesblitz namens Klettverbindung ein marktreifes Produkt geworden: StoSystain R steht für eine Revolution an der Fassade.

Ewald Rauter bei der Einführung des neuen Systems StoSystain R

 

Nachhaltigkeit bestimmt bei Sto Handeln, Forschen und Wirtschaften seit Jahrzehnten. Mit „StoClimate“ schuf Sto eine neue Marke, um den umfassenden Maßnahmen und Strategien einen Namen zu geben. „Dieses Logo“, sagte Walter Wiedenbauer in seinen einleitenden Worten und zeigte auf das „StoClimate“-Symbol an der Videowand, „wird zum zweitwichtigsten Logo für uns bei Sto werden.“ Eines der Flaggschiffe der Nachhaltigkeitsstrategie ist die neueste Entwicklung aus dem Hause Sto: ein Fassadensystem, das nicht geklebt, sondern geklettet wird. StoSystain R ist damit sortenrein trennbar und recycelbar.

Ferdinand Oswalt gab einen Einblick über die Forschungsarbeit des neuen „Klettsystems“

 

Innovation heißt, Unmögliches zu probieren
Ferdinand Oswald vom Institut für Architekturtechnologie an der TU Graz und maßgeblich an der Entwicklung der Fassadengeneration 4.0 beteiligt, erinnert sich gut an den Moment, als alles begann: „Wir haben uns im Labor unterhalten. Und plötzlich war die Idee da.“ Diese Idee war eine Fassade mit Klettverbindung. Ohne Kleber – das würde sie auf einfache Weise wiederverwend- bzw. recycelbar machen. Und das wiederum würde die vierte Entwicklungsstufe in der Evolution der Gebäudehülle bedeuten: Witterungsschutz – Gestaltung – Dämmung – und jetzt: Nachhaltigkeit!

Die Idee war genial und überzeugend und musste einfach umgesetzt werden. Aber das gestaltete sich schwierig. Nach unzähligen Versuchen mit diversen Klettvarianten entwickelte das Team eine spezielle Technologie mit Pilzen und Schlaufen. Die Verbindung war stabil, wurde sogar fester bei Belastung, konnte Bautoleranzen am Untergrund ausgleichen und die dazugehörigen Dübel ließen sich in großer Stückzahl herstellen. Die letzte Hürde war die Zulassung. Das System wurde testweise angezündet, statisch überprüft und einem Winddruck und -sog von 5 bar ausgesetzt. In einer Klimakammer musste es unzählige Winter und Sommer im Zeitraffer durchleben – von -20 bis +50 °C. Das System, das später StoSystain R heißen sollte, hat alle Tests bestanden. Ein Muster gab es im Scalaria-Foyer zu sehen – umringt von zahlreichen Interessierten, die sich das neue System aus der Nähe anschauten.

Das Highlight der Veranstaltung war die Vorstellung des neuen Fassadendämmsystems StoSystain R

 

Klettverschluss: jetzt auch auf der Baustelle
Der Clou von StoSystain R – eine Wortverbindung aus „System“ und „Sustainability“ (Nachhaltigkeit) – ist die besondere Klettverbindung. Das bionische Prinzip stellt sicher, dass Trägerplatte und Dämmung nicht permanent verkleben, sondern sich beim Rückbau trennen lassen. Damit werden die Hauptkomponenten von StoSystain R wiederverwend- bzw. verwertbar. „Klettverschlüsse gibt es schon lange, zum Beispiel bei Schuhen und Jacken“, erklärte Ewald Rauter, Produktmanager bei Sto. Doch in der Bauwirtschaft sei das System völlig unbekannt gewesen – bis zu StoSystain R.

Der Experte wies auf die vielen weiteren Vorteile des Systems hin: Bei der Montage spielt das Wetter keine Rolle, da die Verarbeitung trocken abläuft. Da kein Kleber verwendet wird, bleibt der Wasserverbrauch gering. Bei der Demontage ist kein Spezialwerkzeug nötig. Handelsübliche Spachteln genügen. „Die Trägerplatten sind nach der Demontage so gut wie neu, die Dämmung weist nur Durchstoßpunkte auf. Das Einzige, was man wegwirft, sind die gebrauchten Dübel.“ Das Prinzip hinter der Fassadengeneration 4.0 gewann bereits 2015 den europäischen Recyclingpreis und den Innovationspreis 2017 auf der Baumesse München.

 

Mehr Charakter und Struktur an die Fassade!
Die Gebäudehülle eines alten Hauses fasziniert wie das Gesicht eines alten Menschen. Es erzählt eine Geschichte, hat Charakter und zeugt von Einzigartigkeit. Nach der Sanierung ist davon meist nichts mehr übrig. Außer man setzt bewusst auf Putzfassaden wie StoSignature exterior – die natürlich auch beim Neubau restlos überzeugen.

„Die Kundinnen und Kunden von heute wollen kein Haus von der Stange“, beginnt Claudia Pritz, Architektin und Leiterin von StoDesign, ihren Vortrag. „Wie in der Mode will man individuellen Charakter sichtbar machen.“ Putz als Traditionsbaustoff biete dazu alle erdenklichen Möglichkeiten. „Er ist traditionell, aber gleichzeitig individuell“, so Pritz. So lassen sich Oberflächen erzeugen, die eine Geschichte erzählen und ein sinnlich-haptisches Erlebnis ermöglichen. „Mit StoSignature hinterlässt der Handwerker seine Unterschrift an der Fassade – wie ein Künstler, der sein Bild signiert.“ Wie sich das am fertigen Gebäude anfühlt, konnten die Besucherinnen und Besucher der Sto-Kundengala in einer Ausstellung im Foyer des Resorts Scalaria selbst erleben. Die Musterwände zeigten StoSignature in seiner ganzen Vielfalt: rau, glatt, steinig, glitzernd, mit Rillen, Furchen und 3-D-Texturen.

Die Ausstellung der kreativen Oberflächenvielfalt von Sto im Fassaden- und Innenbereich

 

Lebendige Fassaden – auch nach der Sanierung
Unsanierte Gebäude und ihre strukturierten Oberflächen machen sich hervorragend als Fotomotiv. Sie muten fast organisch an, sind lebendig und voller Geschichte. Ab einem gewissen Alter des Gebäudes stellt sich dann die Frage: abreißen oder sanieren? Architekt Markus Tauber zeigte in seinem Vortrag eindrücklich, was eine Sanierung für den Charakter eines Gebäudes oft bedeutet: einen totalen Stilbruch. Statt strukturreich und charakterstark präsentieren sich die sanierten Oberflächen glatt, steril und schrill. Hier bietet StoSignature exterior eine überzeugende Alternative. Auch nach der thermischen Sanierung lässt sich mit diesem System der Charakter der Gebäude erhalten. „Die Oberfläche wird zur Unterschrift der spachtelnden Hand“, sagt der Architekt, der auch gerne selbst handwerklich anpackt. Und er betont, dass eine authentische Sanierung nicht immer teuer sein muss: „Bei StoSignature stimmt die Kostenrechnung.“

Architekt Markus Tauber berichtet über seine – sogar praktischen Erfahrungen – mit der Oberflächenkollektion StoSignature

 

Wie die Welt der Bionik sinnvoll bei Bauprodukten eingesetzt werden kann und welche Erkenntnisse Ö3-Micromann Tom Walek nach seiner Expedition zum Südpol erlangte, das lesen Sie im zweiten Teil der Veranstaltungsrückschau nächste Woche.

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