Architekturgeschichte stilgetreu erhalten

8. Jul 2016, in Fassadendesign, WDVS

Das Außenministerium in Skopje nach der Generalsanierung

Das Außenministerium in Skopje nach der Generalsanierung

 

Was wären unsere Städte ohne die eindrucksvollen Fassaden mittelalterlichen Kirchen, floral verzierter Jugendstilvillen oder klassizistischer Bahnhöfe? Der Wiederaufbau und das Bewahren unersetzlicher Werte zählen zu einer der wichtigsten und zugleich verantwortungsvollsten Aufgaben in der Baukunst. Aber auch die moderne Architektur hat den Trend zum Dekorieren wiederentdeckt.

 

Jede Zeit hat ihr Gesicht
Jede Epoche in der Architektur hatte ihre bevorzugten Stilelemente: Während die Romanik ihren Namen wegen der Wiederverwendung von den in der römischen Antike verwendeten Stilelemente, wie Säulen, Pfeiler und Rundbögen erhielt, prägten in der Renaissance Säulen und Kapitelle Bauwerke. Merkmale des Rokoko waren zierliche, verspielten Formen und ein Verzicht von Symmetrie und Monumentales. All diese Bauwerke blicken auf eine Jahrhunderte alte Geschichte zurück. Doch auch wenn sie damals für die Ewigkeit gebaut wurden, nagt an ihnen heute der Zahn der Zeit.

Operncarre am Gendarmenplatz in Berlin

Operncarre am Gendarmenplatz in Berlin

 

Das Bewahren alter Bausubstanz erfordert ein besonderes Fingerspitzengefühl vom Planer und ein System, das diesen hohen Anforderungen gerecht wird. Dekorative Fassadenelemente aus dem natürlichen Werkstoff Verolith bieten alle Voraussetzungen für den kreativen und bewussten Umgang mit historischer Bausubstanz. Es gibt kaum ein Detail, das nicht originalgetreu auszubessern oder nachzuahmen wäre. Selbst unleserliche Wappen und Schriften können anhand von Zeichnungen oder Überresten nachgebaut und für die Zukunft erhalten werden.

 

Vom Rohstoff zum Werkstoff
Architektur setzt traditionell auf natürliche und bewährte Baustoffe. Das Gestein Perlit passt genau in dieses Bild: Sein natürliches Vorkommen ist fast unerschöpflich. Alte Vulkane bildeten durch Lavaabkühlung vulkanisches Glas (Obsidan). Über Jahrtausende entsteht durch die chemische und physikalische Umwandlung Quarz, Cristobalit und Feldspat. Durch Erhitzen bläht sich Perlit auf das fünfzehn- bis zwanzigfache auf. Durch die Zugabe von Kleber und Härter entsteht der eigentliche Werkstoff Verolith. Dieser kann dann auf unterschiedliche Weise – ähnlich Holz – bearbeitet werden. Das Material ist leicht, äußerst witterungsbeständig und nicht brennbar.

Alle Zierelemente beim Hotel Europe in Sarajevo wurden detailgetreu nachgebaut

Alle Zierelemente beim Hotel Europe in Sarajevo wurden detailgetreu nachgebaut

 

Oft sind nur alte Postkarten einer Stilfassade vorhanden, die bereits seit Jahrzehnten abgeschlagen wurde. Spezialisten generieren maßgenaue Vorlagezeichnungen, bevor die Praktiker der StoDeco Werkstätte sich an die Interpretation von Dokumentationsmaterial machen. Verolith gibt dem Gestalter dafür alle möglichen Planungsfreiheiten. Von filigranen Gurtgesimsen und Fensterbögen über massive Säulen, Kapitelle und Portale bis hin zu flächigen Bossenplatten oder exakt gefertigten Schriftzügen, Wappen und Logos – alles ist möglich. Kleine, feine Reliefs wirken dabei ebenso originalgetreu wie große, mehrteilig zusammengefügte Hohlkörper, unabhängig davon, ob Sie eher geometrischer Sachlichkeit oder verspielter Ornamentik Ihren Vorzug geben.

 

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